Naturkosmetik Vegan

Alles was du über Naturkosmetik wissen musst

Die Haut ist das grösste Organ unseres Körpers. Sie schützt uns und wir atmen durch sie. Als Filter agierend scheidet sie Gifte aus unserem Körper aus und stellt sicher, dass wir keine belastenden Stoffe aufnehmen. Deshalb ist es wichtig, die Haut gut zu pflegen und vor Sonne zu schützen. Es gibt so ziemlich für jedes Anliegen ein Kosmetikprodukt, sei es für trockene Haut, gegen Pickel, spröde Lippen oder brüchige Nägel. Was steckt aber in diesen Produkten drin? Warum ist Naturkosmetik überhaupt wichtig?

Wie der Name schon verrät, werden bei Naturkosmetik nur natürliche Rohstoffe verwendet und synthetische Zusatzstoffe werden weggelassen. Synthetische Inhaltsstoffe haben ein grosses Allergiepotenzial und werden in konventioneller Kosmetik gerne und häufig verwendet. Im Vergleich dazu bietet Naturkosmetik viele weitere Vorteile. Einige davon sind:

  • ohne Silikone oder PEG (Polyethylen-Glykole) -> können Hautgesundheit gefährden
  • ohne Parabene -> hormonähnliche Wirkung
  • keine Mineralöle -> bilden Film auf der Haut, der Hautporen verstopfen kann. Wird aus Kostengründen in konventioneller Kosmetik verwendet
  • ohne Gentechnik
  • ohne Paraffine (Erdöl!)

Mikroplastik

Ein weiter Vorteil von Naturkosmetik: Sie enthält kein Mikroplastik. Denn in vielen konventionellen Kosmetikprodukten steckt Mikroplastik. Die “Körnchen” in Peelings sind das beste Beispiel dafür. Kleine Plastikteilchen, die wir uns regelmässig ins Gesicht und an den Körper schmieren. Mikroplastik wird im konventionellen Kosmetikbereich auch gerne dafür benutzt um Cremes zu strecken. Die winzigen Plastikpartikel gelangen durch unsere Kosmetikprodukte über das Abwasser in Flüsse, Seen und Ozeane und verschmutzt diese. Per Definition sind Plastikteilchen unter 5mm Durchmesser Mikroplastik. Sie sind also so klein, dass sie fürs menschliche Auge schon kaum sichtbar sind. Fische und andere Meerestiere erkennen die winzigen Plastikteilchen noch weniger und nehmen sie unwissend mit ihrer Nahrung zusammen auf. Und damit schliesst sich der Kreislauf, denn über Fische gelangt das Mikroplastik (unter anderem) auch in uns Menschen. Erst vor kurzem haben österreichische Forscher zum ersten Mal Mikroplastik in menschlichen Stuhlproben gefunden (Oktober 2018).

Dass es Alternativen gibt zum Mikroplastik in Kosmetik zeigt zB die Naturkosmetikmarke Lavera. Laut deren Website verwenden sie unter anderem Kieselsäure, abgerundete Olivenkerne, Zucker- oder Salzkristalle oder Jojobwachskugeln in ihren Peelings. Eine andere Alternative ist, sich sein Peeling einfach selbst zu machen.

Tierversuche

Auch ein wichtiger Punkt sind Tierversuche, die für Kosmetik durchgeführt werden. In Deutschland sind Tierversuche bereits seit 1998 verboten und seit März 2013 dürfen auch weder Produkte noch Inhaltsstoffe, die an Tieren getestet wurden, in die EU eingeführt werden. In anderen Ländern wie zB China sind Tierversuche gesetzlich vorgeschrieben. Ein anderes Problem: In der EU herrscht Unstimmigkeit darüber, welche Stoffe als “Kosmetikinhaltsstoffe” durchgehen und welche nicht. Viele Rohstoffe, die auch andersweitig verwendet werden, werden als “Chemikalien” gehandhabt und dürfen somit immer noch an Tieren getestet werden.

Der Deutsche Tierschutzverband führt online eine Positivliste mit Unternehmen sowie Läden und Vertrieben, die nicht an Tieren testen.

Augen auf beim Naturkosmetikkauf

Greenwashing gibt es auch in der Kosmetikbranche. Begriffe wie “natürlich” und “nachhaltig” sind im Trend wie noch nie und werden ohne schlechtes Gewissen auf Etiketten gedruckt auch wenn das Produkt alles andere als natürlich und nachhaltig ist. Um Greenwashing zu umgehen, kannst du auf Siegel achten wie zB das NaTrue Siegel. NaTrue hat strenge Anforderungen und zertifiziert in verschiedenen Stufen, nämlich Naturkosmetik, Naturkosmetik mit Bio-Anteil (Bio-Anteil von mindestens 70%) und Biokosmetik (Bio-Anteil von mindestens 95%). Hier kannst du mehr über das Siegel lesen. Es gibt noch weitere Siegel, die Naturkosmetik kennzeichnen und über die wichtigsten davon folgt bald ein Artikel.

Auch ein guter Tipp ist die Codecheck App. Ich habe sie euch bereits in meinem Artikel über nachhaltige Apps vorgestellt und bin sehr begeistert von ihr. Mit der App kannst du Produkte (Kosmetik und Lebensmittel) scannen und es werden dir die Inhaltsstoffe angezeigt sowie genauer erklärt. Denn die Inhaltslisten sind oft lang und mit komplizierten Begriffen versehen. Dank der App habe ich zum Beispiel rausgefunden, dass in der berühmten blauen Niveacreme Paraffine drin sind, welche krebserregend sein können. Nein danke!

Preis

Gewisse Personen mögen argumentieren, dass Naturkosmetik viel teurer ist als konventionelle. Natürlich gibt es Marken wie zB Annemarie Börlind, die sich im oberen Preissegment befinden. Das liegt daran, dass Marken wie Annemarie Börlind hochwertige Bio-Rohstoffe verwenden, die, ähnlich wie bei Lebensmitteln, einen höheren Preis haben. Eine Tagescreme kostet 12,90 Euro für 75ml.

Was ist jetzt mit preiswerten Labels, die im Drogeriemarkt erhältlich sind? Bei Alverde kostet eine Tagescreme 2,95 Euro für 50ml. Wieso ist diese Creme also so viel günstiger? Das hat unter anderem damit zu tun, dass Alverde zu dm Drogeriemarkt gehört, einem riesigen Unternehmen, das in grossen Mengen produzieren kann. Ausserdem steht einem Grosskonzern auch mehr Geld für Werbung zur Verfügung als kleineren Firmen. Ich finde es eine gute Sache, wenn grosse Firmen auch Naturkosmetikprodukte anbieten, denn es ist ein Schritt in die richtige Richtung. Naturkosmetik aus der Drogerie kann vor allem für ein kleineres Budget eine gute Altnerative sein.

Zero Waste Kosmetik

Auch im Bereich der verpackungsfreien/-armen Kosmetik tut sich immer mehr! Lush (keine reine Naturkosmetik) zB hat letzten Herbst einen Unverpacktladen in Berlin eröffnet. Alle angebotenen Produkte werden ohne Verpackung verkauft, unter anderem feste Bodybutter, Shampoobars oder Make Up! Auch wenn Lush keine reine Naturkosmetik ist, finde ich diesen Schritt wichtig und sehr cool.

Auch in Online Shops wie Ecco Verde findest du einige unverpackte/plastikarme Kosmetikprodukte. Ich werde mich auf jeden Fall noch näher mit dem Thema beschäftigen und einen ausführlichen Artikel dazu schreiben.

Umstellung auf Naturkosmetik

Meine persönliche Umstellung auf Naturkosmetik kam mit der Zeit automatisch, als ich angefangen habe, mich mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinander zu setzen. Ich habe so gut wie alle Produkte in meinem Bad mit Codecheck gescannt und musste teilweise schockiert feststellen, was in meinen Cremes und Make Ups so alles drin war. Diese Produkte habe ich natürlich trotzdem aufgebraucht (und tue es teils immer noch), da es alles andere als nachhaltig wäre, sie in die Tonne zu schmeissen.

Meine Haut und meine Haare hatten mit der Umstellung keine Probleme. Natürlich dauert es immer ein bisschen, bis sich der Körper an ein Produkt gewöhnt und nicht jeder Kosmetikartikel passt zu jedem Haut- und Haartyp. Also unbedingt Geduld haben und verschiedene Produkte testen.

Im Grossen und Ganzen empfand ich die Umstellung als sehr einfach, da das Angebot an Naturkosmetik in Drogeriemärkten und Apotheken wirklich gross ist. Und, wie bereits oben geschrieben, gibt es auch für jedes Budget die passenden Produkte. Auch online gibt es eine immer grösser werdende Auswahl an Naturkosmetik.


Das war (m)ein erster Überblick über Naturkosmetik. Hast du noch Fragen? Benutzt du Naturkosmetik? Ich freue mich auf deine Kommentare!

Alles Liebe,
Vanessa


Quellen:

Nachhaltigleben.ch

Orangenfalter.net

Schrotundkorn.de

Ärzte gegen Tierversuche

Peta

Tierschutzbund

Utopia Artikel zu Mikroplastik

Lavera Homepage

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