Fair Fashion

Fair Fashion Labels für den schmalen Geldbeutel

Heute gehts um faire Mode und deren Preis. Vorweg: Ja, Fair Fashion Labels sind teurer als viele Marken, die du in der Innenstadt oder in Shoppingmalls findest. Aber es  ist definitiv möglich, günstig faire Mode zu kaufen. Auch in der fairen Modewelt gibt es Preisunterschiede und nicht bei jeder Marke kostet ein Pulli 300 Euro. Allerdings wirst du bei keinem Label so tiefe Preise finden wie bei H&M, Mango und Co. Weil diese Preise einfach nicht realistisch sind. Die Fertigung von Kleidung verbraucht Rohstoffe, 2700 Liter gehen alleine für ein Tshirt drauf (das ist mehr als wir in 3 Jahren trinken). Wer schon einmal selbst an einer Nähmaschine sass, weiss wie kompliziert so eine Maschine sein kann und auch, wie viel Arbeit dahinter steckt, selbst etwas herzustellen.

Trotzdem möchte ich dir in diesem Post ein paar Marken vorstellen, die fair und teils nachhaltig produzieren und die definitiv in (m)ein Studentenbudget passen. Davon gibt es nämlich einige und die sind nicht nur öko, sondern auch super stylish!

Armedangels

Das Kölner Label ist mittlerweile ziemlich bekannt und sie haben eine immer grösser werdende Auswahl an Damen- und Herrenkleidung. Coole Shirts, elegante Blusen, Sommerkleider und Shorts oder kuschlige Schals für die kalten Tage. Preislich ist Armedangels auf jeden Fall erschwinglich, T-Shirts gibt es bereits ab 20 Euro. Neben ihrem eigenen Onlineshop findest du die Marke auch in vielen grünen Online Shops wie Avocadostore, Glore oder Greenality. Auch konventionellere Läden haben Armedangels bereits ins Sortiment aufgenommen, so zB Bofinger oder Zalando.

Es ist auf jeden Fall besser, Shops zu unterstützen, die komplett auf faire und nachhaltige Kleidung setzen. Denn der Begriff der Nachhaltigkeit ist das Wort der Stunde und auch nicht-nachhaltige Unternehmen möchten damit Profit schlagen. Auf der anderen Seite ist es ein Schritt in die richtige Richtung, wenn Riesen wie Zalando faire Mode ins Sortiment aufnehmen und Marken wie Armedangels damit bekannter und der grossen Masse zugänglich machen.

Armedangels schreiben regelmässig Beiträge rund um die Produktion ihrer Kleidung. Sie besuchen Produktionsstätten vor Ort, nehmen Stellung rund ums Thema Wolle (bei Armedangels sind nicht alle Teile vegan, aber fast) oder erklären, was Bienen mit Baumwolle zu tun haben.

Bei Newsletter Anmeldung schenkt dir Armedangels die Versandkosten auf deine erste Bestellung.

Recolution

Das deutsche Label Recolution wurde 2010 von zwei Freunden gegründet und setzt auf zeitlose, nachhaltige Mode. Bei Recolution findest du coole Shirts, zeitlose Kleider, Hosen sowie Unterwäsche, Mützen und Socken. Preislich geht es bei T-Shirts ab 30 Euro los, Shorts ab 50 Euro und Hosen gibt es ab 80 Euro. produziert wird in Portugal und der Türkei und das Unternehmen legt Wert darauf, die Transportwege möglichst kurz zu halten. Fast das gesamte Sortiment besteht aus Bio-Baumwolle und ist GOTS zertifiziert. Neben Bio-Baumwolle verwendet Recolution auch Tencel, eine Zellulosefaser, die in ihrer Herstellung besonders umweltschonend ist. Alle Teile bei Recolution sind vegan.

P.S. Bei Recolution gibt es 10% bei Newsletter Anmeldung sowie einen Studentenrabatt! Versand und Rückgaben sind kostenlos.

People Tree

People Tree ist ein britisches Label und Pionier in der grünen Modebranche. Sie zeigen, dass “Ökomode” alles andere als grau und langweilig ist. Mit eleganten Kleidern und lässigen Schnitten überzeugt das Label auf ganzer Linie. Bei People Tree findest du Oberteile ab 35 Euro, Kleider ab 80 Euro und Hosen ab 60 Euro.

Das Label produziert unter anderem in Indien, Bangladesch und Kenia und pflegt engen Kontakt mit seinen Produzenten. Auf ihrer Homepage kannst du zu jedem Betrieb genaueres nachlesen. People Tree ist Mitglied der World Fair Trade Organization (WFTO) und setzt sich für faire Arbeitsbedingungen ein.

Twothirds

Twothirds, ein spanisches Fair Fashion Label, hat sich ganz unseren Ozeanen gewidmet und produziert coole Kleidung für zuhause und unterwegs. Lässige Styles laden zum träumen ein und man möchte direkt ans Meer. Sweatshirts gibt es ab 60 Euro, Shirts ab 30 Euro und Bademode ab 70 Euro. Neben Damen- und Herrenkleidung hat Twothirds auch eine kleine Auswahl an Kinderkleidung.

Cooles Konzept des Labels aus Barcelona: Sie bieten gewisse Styles vergünstigt zum Pre-Order an. Du bekommst die Teile 20% günstiger, welche dann direkt in Produktion gegeben werden. Es dauert dann also etwas länger, bis sie bei dir ankommen, dafür sparst du Geld. Mit dem Pre-Order System stellt das Label sicher, dass nur soviel produziert wird, wie auch verkauft wird und vermeidet damit Textilmüll. Twothirds versuchen, so transparent wie möglich zu arbeiten und gehen offen mit Fragen rund um ihre Produktion und das Thema Nachhaltigkeit um.

Twothirds arbeiten mit verschiedenen Materialien, ich verlinke dir hier ihren Überblick. Sie verzichten komplett auf Leder und verwenden als Alternative Kork, was ich ziemlich cool finde! Ansonsten kommen auch ungewöhnlichere Materialien wie Hanf zum Einsatz. Produziert wird komplett in Europa, der grösste Teil davon in Portugal und Italien. Twothirds unterstützen Edmaktub, eine Non-Profit Organization, die sich der Forschung von Unterwassersäugetieren verschrieben haben. Sie kämpfen für die Erhaltung von Delfinen und Walen und deren Lebensraum.

Der Versand innerhalb Europas (ausser Schweiz und Norwegen) ist kostenlos. Die Versandkosten einer Rückgabe müssen selbst bezahlt werden.

Jan ‘n June

Das Hamburger Label gehört zu meinen absoluten Lieblingsmarken, könnte mir alles von dem Label kaufen haha. Gegründet wurde Jan ‘n June 2013 von Jula und Anna (der Name des Labels setzt sich übrigens aus den Geburtsmonaten der beiden zusammen – Januar und Juni). Klassische und cleane Teile, die man wunderbar mit dem Rest des eigenen Kleiderschranks kombinieren kann, sind das Markenzeichen von Jan ‘n June. Produziert wird alles in einem kleinen Betrieb in Wroclaw, Polen. Auf ihrer Homepage erklären die Gründerinnnen alles über die Produktion und die verwendeten Materialien. Wo kommen Rohstoffe und einzelne Teilprodukte her? Knöpfe und Reissverschlüsse werden zB direkt in Deutschland eingekauft, während die verwendete Bio-Baumwolle aus Indien, Uganda oder den USA bezogen wird. Jan ‘n June nutzt neben Bio-Baumwolle auch Tencel, recycletes Polyester (also alte PET Flaschen) und recycletes Polyamid. Alle Teie bei Jan ‘n June sind vegan.

Was die Preise angeht, so sind Tops ab 33 Euro erhältlich, Kleider ab 70 Euro, Hosen ab 65 Euro und Jacken kosten um die 150 Euro. Seit kurzem produziert Jan ‘n June auch tolle Männerkleidung!

Die Mädels bei Jan ‘n June machen die Dinge gerne konsequent. Sie sind super transparent was Lieferkette und Herstellung angeht und jedes Kleidungsstück hat einen eigenen QR-Code, womit alle Infos nachgelesen werden können. Das Label verzichtet auf Plastikverpackungen, verwertet Stoffreste zu tollen Haarbändern oder Kissenbezügen und verwendet Kartonverpackungen so oft es geht wieder.

Der Versand innerhalb Deutschlands kostet 4,90 Euro, innerhalb der EU sind es 14 Euro. Rücksendungen sind in Deutschland kostenlos.

Thinking MU

Thinking Mu ist ein spanisches Label mit Fokus auf lässiger und trendiger Kleidung. Sie setzen gerne Statements mit ihre Prints und stehen für ihre Werte ein. Produziert wird ein Teil der Kleidung in Barcelona und Rohstoffe beziehen sie aus Indien und Italien. Verwendet werden nur biologisch angebaute Materialien, zB Baumwolle, Hanf, Kaschmir, Merino Wolle oder Tencel. Oberteile kosten bei Thinking Mu um die 40-50 Euro, Kleider gehen bei 65 Euro los, Hosen kosten ca 60-80 Euro und Pullis gibt es ab 60 Euro.

Vor kurzem hat Thinking Mu eine neue Kollektion präsentiert, die sie Trash nennen. Trash ist ein Zero Waste Projekt, wobei sie aus alter Kleidung neue fabriziert haben. Dabei wird die alte Kleidung erst nach Materialien sortiert, dann zerschnitten, geschreddert und werden dann mit anderen Stoffen wie zB Tencel zu einem neuen Garn verwoben. Daraus entsteht am Ende neue Kleidung. Sehr cool!

Das Fair Fashion Label hat Sales den Kampf angesagt und wird in Zukunft keine Kleidung mehr vergünstigt verkaufen. Sie finden, dass Nachhaltigkeit ihren Preis hat und Sales uns als Kunden nur das Gefühl geben, mehr und mehr kaufen zu müssen, denn vermeintlich sparen wir ja dabei. Schliesslich ist ein nachhaltiger Einkauf immer ein gut überlegter, Produkte und ihre Herstellung sollen wertgeschätzt werden und wir sollten nur kaufen, was wir wirklich benötigen. Mehr über die Entscheidung des Unternehmens kannst du hier nachlesen.

Die Versandkosten nach Deutschland betragen 9,90 Euro, ab einem Warenwert von 50 Euro sind sie kostenlos. Rücksendungskosten müssen selbst übernommen werden.

Elementy

Elementy habe ich erst vor kurzem entdeckt und mich direkt verliebt! Das polnische Fair Fashion Label und designt und produziert Basics in klassischen Schnitten und Farben. Der Grossteil der Kleidung wird in Praga, einem Vorort von Warschau, produziert. Kleider kosten bei Elementy zwischen 55 und 110 Euro, Blusen findest du ab 70 Euro und Jacken und Mäntel kosten ca 170 Euro. Die Teile sind alle sehr zeitlos und mit allerlei kombinierbar.

Mit einer Preistransparenz zeigt Elementy, wie sich der Preis eines Kleidungsstücks zusammensetzt: Nämlich aus Material- und Herstellungskosten, Steuern, Firmenkosten wie Miete und Mitarbeiterlöhne sowie soziale Projekte, die das Label unterstützt. Genaueres kannst du hier nachlesen.


Alle oben genannten Labels findest du auch in meinem Fair Fashion Guide. Mehr faire Mode findest du in der Rubrik Fair Fashion Favourites, wo ich regelmässig neue grüne Kleidung vorstelle. Ich habe bereits einen Artikel über grüne Online Shops geschrieben, dort kannst du auch reinschauen, solltest du auf der Suche nach noch mehr fairer und nachhaltiger Mode sein.

Was sind deine grünen Lieblingslabels? Oder bist du eher Secondhand SchnäppchenjägerIn?

Ich bin gespannt auf dein Feedback!

Alles Liebe,
Vanessa

You Might Also Like

2 Comments

  • Reply
    Jule H
    23/08/2019 at 8:09

    Hallo, vielen Dank für die vielen hübschen Websites. Nur ein Fauxpas ist dir unterlaufen; Elementy würde in Prag, einem Vorort von Warschau hergestellt. Also Prag ist Tschechien, Warschau in Polen. Ich hab mal nachgesehen, obs ein polnisches Prag gibt, Google hat dazu nichts ausgespuckt. Wenn deine Angaben richtig sein sollten, müsstest du das irgendwie klarer formulieren. So sieht es nämlich ehrlicherweise ziemlich dumm aus.

    • Reply
      VANESSA
      23/08/2019 at 10:21

      Hi Jule, danke für deinen Kommentar! 🙂
      Mir ist tatsächlich ein Fehler unterlaufen, und zwar nennt sich der Warschauer Vorort Praga. Hab also nur das a vergessen.
      Danke für den Hinweis 🙂

      Liebe Grüsse,
      Vanessa

Leave a Reply